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| Im Unterkärntner Raum, dem Jauntal, liegt an der Bundesstraße 70 der Markt Griffen mit
seinen 3 800 Einwohnern. Als südlicher Ausläufer der Saualpe schließt sich ein mächtiger
Felskegel, der "Griffner Schlossberg", unmittelbar an die Nordseite der Marktgemeinde
Griffen an. Der Marmorklotz mit seiner weithin sichtbaren Burgruine gilt als Wahrzeichen Griffens. Das Alter des aus Triaskalk bestehenden Griffner Schlossberges liegt schätzungsweise zwischen 180 bis 350 Millionen Jahren. Im Schlossberg befindet sich die Griffner Schauhöhle, deren Eingang ca.60m vom Markt- platz entfernt gegenüber der Griffner Pfarrkirche liegt. Auf der Suche nach einem geeigneten Luftschutzraum wurde in den letzten Monaten des zweiten Weltkrieges die Tropfsteinhöhle entdeckt. Im Juni 1956 wurde die Höhle für den Besucher erschlossen. Mit großem Interesse wurden in den folgenden Jahren Grabungen und Forschungen von der Fachwelt durchgeführt, deren Ergebnisse in einigen Jahresausgaben der Carinthia II veröffentlich wurden. So wurden in der Höhle Knochen von Tieren gefunden, die schon ausgestorben sind wie z.B.: Höhlenbär, Höhlenhyäne, Höhlenlöwe, Mammut, Riesenhirsch und Wollnashorn. Ebenso auch Knochen von Tieren die in unseren Gebieten nicht leben wie z.B.: Eisfuchs, Elefant, Ren, Schneehase, Wildpferd, Wisent und schließlich Knochen von Tieren, die auch heute noch bei uns oder in Nachbarländern vorkommen wie z.B.: Braunbär, Dachs, Fuchs, Murmeltier und Wolf. Das Auffinden von zwei Feuerstellen und Werkzeugteilen aus der Altsteinzeit lieferte den Beweis, dass es sich bei der Griffner Höhle um eine Zufluchtstätte der Altsteinzeitjäger handelt. Aus diesen Höhlenfunden konnte die Fachwelt schließen, wie es vor etwa 20.000 bis 30.000 Jahren in diesem Gebiet ausgesehen hat. Das Griffner Gebiet zählt daher zu den nachweislich ältesten Gebieten menschlicher Besiedelung in Kärnten. Das Entstehen der Höhlen dauerte Millionen Jahre. Viel später trat die Tropfsteinbildung ein, indem Regenwasser die im Boden vorhandene Kohlensäure aufnahm, durch die Felsen sickerte und in der Höhle von der Decke und den Wänden abtropfte. Durch den Höhlenluftzug verdunstete das Wasser, aber der Kalk und die mitgeschwemmten Mineralien wie Eisen, Mangan usw. wurden am Gestein abgesetzt. Unter Aufsicht eines geprüften Höhlenführers geleiten heute geschulte Führungskräfte die Besucher durch die Tropfsteinhöhle auf gut ausgebauten Höhlenwegen, die durchwegs ausreichend elektrisch beleuchtet und gesichert sind. Die bewusst sparsam gehaltene Ausleuchtung der Höhlenräume bringt die abwechslungs- reichen Formen der Höhlendecke und Höhlenwände mit ihrer herrlichen Farbenpracht richtig zur Geltung und hinterlässt beim Besucher ein nachhaltiges Erlebnis. Eine Bereicherung des Höhlenbesuchers stellt die im Aufbau befindliche Lehrschau auf der obersten Plattform der Griffner Schauhöhle dar. In einigen Schauvitrinen werden interessante Höhlenfunde ausgestellt und seit kurzem wird die Höhlenführung mit einer eindrucksvollen Multi-Media Schau über die Entstehung der Erde und die Geschichte der Tropfsteinhöhle beendet. Mit der Farbenpracht der Tropfsteinbildung und den mannigfaltigen Versinterungen der Höhlenwände erhielt die Griffner Schauhöhle ihr besonderes Gepräge und brachte ihr den Ruf als "bunteste Schauhöhle Österreichs" ein. Mit Bescheid des Bundesdenkmalamtes Wien wurde die Griffner Tropfsteinhöhle zum Naturdenkmal erklärt. |
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